Kein Job für klassische Line-Arrays

Die Deutsche Oper am Rhein gehört zu den großen Opernhäusern in Deutschland und umfasst zwei Spielstätten – das Opernhaus in Düsseldorf sowie das Theater Duisburg. Gemeinsam kommen beide Häuser jährlich auf rund 280 Aufführungen in den Sparten Oper, Ballett und zeitgenössisches Musiktheater, ergänzt durch Galakonzerte und zahlreiche Sonderveranstaltungen. Mit Beginn der Spielzeit 2021/22 erhielt das Opernhaus Düsseldorf eine neue Hauptbeschallung. Im Shootout mit mehreren Konkurrenzsystemen konnte sich schließlich die L-Acoustics-Lösung auf Basis der Syva Colinear Source Systeme durchsetzen. Für die Planung zeichnete die Bühnenplanung Walter Kottke Ing. GmbH (BWKI) verantwortlich. Die Installation erfolgte durch die avi-sys Kommunikationstechnik GmbH.

FOTO_Hans Joerg Michel

Die neue Hauptbeschallung im Opernhaus Düsseldorf ersetzt die alte Anlage aus den 90ern und ermöglicht eine deutliche bessere Abdeckung des Zuschauerbereichs“, erläutert Dipl.-Ing. Michael Spohr von der avi-sys. „Die Vorgabe lautete, 95 Prozent der 1.288 Sitzplätze mit einem Spitzenschalldruck von über 100 dB bei einem Frequenzgang von 30 Hz bis 16 kHz zu erreichen.“ Hinzu kamen baubedingte und statische Einschränkungen hinsichtlich der Installation der Lautsprecher im Portalsturz, die ein herkömmliches Line-Array von vornherein ausschlossen. „Normale Line-Arrrays mit bis zu 15° Öffnungswinkel pro Element konnten den benötigten vertikalen Abstrahlwinkel von 60° angesichts der hier herrschenden Bauhöhenbeschränkung aufgrund ihrer Geometrie nicht gewährleisten“, so Spohr weiter.

Für die neue Hauptbeschallung im Opernhaus Düsseldorf setzte der zuständige Fachplaner Joachim Lindemann, im Auftrag von BWKI, auf ein Syva-System aus vier übereinander angeordneten Syva-Elementen pro Stereoseite im Portalturm – jeweils ein Element für das Parkett und die drei Ränge. Als Tieftonerweiterung sitzen je zwei Syva Low zwischen den Syva-Elementen für den ersten und zweiten Rang. Ergänzt wird die L/R-Hauptbeschallung durch fünf Array-Systeme mit jeweils zwei A10i Lautsprechern im 12 Meter breiten Portal oberhalb der Bühne. Der Center dient dabei ganz klassisch zur Stabilisierung des Schallfelds im breiten Saal. Hinsichtlich einer realistischen Abbildung des Bühnenpanoramas sind alle fünf Array-Systeme in das Surroundsystem eingebunden.

Links und rechts vom Center-Modul werden zwei KS21i Subwoofer geflogen. Komplettiert wird das L-Acoustics System von acht 5XT Koaxial-Lautsprechern für das Frontfill entlang des Bühnenrandes, die alternativ auch an der Brüstung des Orchestergrabens aufgestellt werden können. Über entsprechende Presets in den LA2Xi Controller-Endstufen werden hierfür die passenden Delay-Einstellungen bereitgestellt.

„Mit den Syva erreichen wir eine exzellente ‚Ausleuchtung‘ der Taschen in den Rängen sowie in den hinteren Parkettlogen, was in vielen Sälen immer ein Problem ist“, kommentiert Joachim Lindemann. „In der Oper Düsseldorf gibt es auch in den allerletzten Sitzreihen keine Einbußen an Klangqualität und Sprachverständlichkeit. Zudem verbindet sich die gesamte Hauptbeschallung sehr schön mit der Raumakustik. In diesem Zusammenhang gilt das Lob auch dem L-Acoustics Support-Team um Martin Rode und David Dohrmann, die das System hervorragend eingemessen haben!“

Info: www.l-acosustics.com

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