Aktuelle Entwicklungen aus dem Event-Business – entdeckt und ausgewählt von der BOE 2022

Die BOE in Dortmund ist die führende Fachmesse für Erlebnismarketing und zugleich der Jahresauftakt für die nationale und internationale Eventindustrie. Hier treffen Sie die Top Marketing-Entscheider und Verantwortlichen für Livekommunikations-Maßnahmen aus Deutschland und den Benelux-Ländern.
Aussteller und Fachbesucher erwartet ein attraktives Rahmenprogramm, hochkarätige Referenten sowie viele innovative Ideen aus den unterschiedlichsten Bereichen – und selbstverständlich die legendäre BOE Night zum lockeren Networken.

Frank Schwarz von FSGG (Foto: Fabian Stürtz)

Caterer sehen Trend zu Tiny Events

Tiny Events liegen im Trend: Viele große Veranstaltungen werden momentan kleiner. Das Kölner Unternehmen Kaiserschote Feinkost Catering verzeichnet seit geraumer Zeit einen Trend zu kleineren Events und damit eine Entwicklung, die sich durch die Corona-Pandemie verstärkte. Erst kürzlich hat der Caterer statt einer Veranstaltung mit 180 Gästen gleich zehn kleine Events mit jeweils 18 Gästen durchgeführt – der CEO war bei diesen Tischgesprächen immer dabei.

Bereits früher gewannen kleinere Veranstaltungen nach kritischen Zeiten überwiegend im privaten Bereich an Bedeutung. Im B-to-B-Bereich kehrte man dagegen nach Ereignissen wie Nine-Eleven oder der Weltwirtschaftskrise schneller zum damaligen Normal zurück. Das ist jetzt anders. Als Folge von Covid-19 hält nun auch bei Business-Events das Zusammenkommen in kleinen Gruppen an.

Das neue „Normal“ sind maximal 150 Teilnehmer, bestätigt beispielsweise Frank Schwarz, Geschäftsführer der Frank Schwarz Gastro Group FSGG in Duisburg, zu der auch Kofler & Kompanie gehört. Gepusht werden Tiny Events auch durch den Wunsch vieler Unternehmer, nach der langen Pandemie ihren Gästen größere Wertschätzung zu beweisen. Das zeigt sich in der Größe der Veranstaltungen und der zielgenauen Auswahl der Gäste nach ihren Interessen und Themen, um einen intensiveren Austausch zu ermöglichen.

Corporate Volunteering in der Schweiz (Foto: SCIB)

Neues Interesse für das Incentive-Segment

Aktiver Naturschutz oder die Übernahme sozialer Verantwortung – das Spektrum spannender und nachhaltiger Aktivitäten zugunsten des Gemeinwohls ist breit und Corporate Volunteering liegt gerade im Trend. Mit Corporate Volunteering wird die Förderung gesellschaftlichen Engagements von Mitarbeitern bezeichnet, die damit stellvertretend für „ihr“ Unternehmen zu Nachhaltigkeit und Gemeinnutz beitragen. Gruppen-Incentives mit Fokus auf Corporate Volunteering stärken den Teamspirit, unterstützen die Entwicklung sozialer Kompetenzen und fördern die Bindung zum Arbeitgeber.

In der jüngsten Zeit haben beispielsweise die Destinationen Estland, Österreich und Schweiz auf dieses Format aufmerksam gemacht und konnten mit spannenden und nachhaltigen Programmen überzeugten. Beispielsweise hat die MICE-Destination Kärnten in Kooperation mit dem Netzwerk „Verantwortung zeigen!“ verschiedene Corporate Volunteering-Aktionen aufgelegt, die den Teamgeist stärken und zugleich einen fortwährenden Mehrwert für Kärntner Gemeinden schaffen. Die Engagement-Möglichkeiten reichen vom aktiven Naturschutz über Ausflüge mit Senioren oder Menschen mit Behinderungen bis hin zu Workshops mit Jugendlichen oder gemeinsamem Kochen in der lokalen Obdachlosenstätte.

In der Schweiz gibt es ebenfalls passende Angebote – zum Beispiel beim Netzwerk Schweizer Pärke (Schweizer Plural für Park), das bereits fast 300 dieser Einsätze seit 2013 begleitet hat. Veranstaltungsplaner und Entscheidungsträger aus Agenturen und Unternehmen konnten beispielsweise bei einem Educational Trip im Parc Ela im Naturpark Bergün erleben, wie sinnstiftend und motivierend Landschaftspflege in den Bergen ist und wie sich das als Gruppenerlebnis auswirkt. Das war durchaus anstrengend, machte aber auch Spaß und kann nicht nur zu einem neuen Interesse, sondern auch zu mehr Ernsthaftigkeit im Incentive-Segment beitragen, dass pandemiebedingt weiter am Boden liegt.

Neue Video- und Audioformate erobern die Medienwelt

Web- und Podcasts haben ihren festen Platz in der Medienwelt erobert. Ihre Erfolgsgeschichten begann schon weit vor den Corona-Zeiten. Covid-19 hat diesen Trend aber weiter gepusht. Experten sehen die Ursache einerseits darin, das Unternehmen in den pandemischen Zeiten neue Kommunikationswege wählten, um die einschränkten Möglichkeiten zur Präsentation auf Messen und Events zu kompensieren. Andererseits haben es die technischen Entwicklungen ermöglicht, Web- und Podcasts in hoher Qualität auch im Homeoffice zu produzieren und über das Internet effizient zu verbreiten.

Podcasts erfreuen sich nach wie vor wachsender Popularität und haben sich einen festen Platz in der Medienwelt gesichert. Dem Zuhörer gibt das Radio zum Mitnehmen die Chance, sich gezielt und on demand mit nützlichen Inhalten zu beschäftigen. Mit dem Videoformat Webcast lassen sich Events, Konferenzen, Online-Seminare, Trainings oder Produktpräsentation effizient und zielgerichtet einem breiten Publikum zugänglich machen – und das standortunabhängig und in Echtzeit.

Die erste umfassende Podcast-Studie der Otto-Brenner-Stiftung klärt über die Bedeutung von Podcasts in der aktuellen Zeit auf – wie die marconomy Plattform jüngst berichtete. Demnach analysierten Lutz Frühbrodt, Stiftungsprofessor der Vogel Stiftung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation“, und Ronja Auerbacher, eine Absolventin des von Frühbrodt geleiteten Master-Studiengangs, die Podcast-Landschaft in Deutschland. Inzwischen gehören Podcasts fast schon zum alltäglichen Medienprogramm jüngerer Nutzer. Ein Viertel der 14- bis 29-jährigen hört mindestens einmal pro Woche Podcasts. Und langsam, aber sicher setzt sich die Podcast-Welle auch bei den älteren Jahrgängen durch.

Für die Livekommunikation bedeuten Web- und Podcast zusätzliche Möglichkeiten zur Prä- und Postkommunikation von Marketing-Events und für ihre Dienstleister zusätzlich Einnahmequellen – journalistische Kompetenz vorausgesetzt. Und das wollen viele Zuhörer, ein weiterer Dudelfunkkanal ist eher unerwünscht. Dafür müssen sich diese Formate nicht nur durch Ausführlichkeit, Tiefgang und ein hohes Maß an Meinungsvielfalt auszeichnen, sondern auch noch authentisch sein und bleiben.

Info: www.boe-messe.de

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