ST Engineering Antycip rüstet für das Militär Kampfhubschrauber Tiger Simulatoren auf

ST Engineering Antycip (ehemals Antycip Simulation) wurde kürzlich mit der Aufrüstung zweier Tiger Kampfhubschraubersimultoren beauftragt, die sich in einem militärischen Ausbildungszentrum in Europa befinden.

Nach einem zweijährigen Bearbeitungsprozess wurde das Projekt mit einigen letzten Feinschliffen im Juni diesen Jahres abgeschlossen.

„Das System basiert auf einem Testraum, der für die Simulationssteuerung und die Überwachung des durchgeführten Tests genutzt wird. Zudem steuern zwei Cockpits (jeweils für den Piloten und Schützen) die simulierten Luftfahrtsysteme, die in zwei Projektionsbereichen installiert wurden“, erklärt Quentin Blancheri, Key Account Manager bei ST Engineering Antycip. „Dabei dienen diese keinen Schulungszwecken, sondern vielmehr Studien und Tests, bei denen menschliches Verhalten und Entscheidungsprozesse in verschiedenen Umgebungen und Situationen bewertet werden können. Das Militär bezeichnet es aufgrund der erforderlichen menschlichen Interaktion als „humans in the loop“.“

Das Team von STE Antycip entwarf den Support für die Projektionsysteme, und installierte vier FL40 4K Solid-State-Projektoren von Barco (mit dem Ziel, ein 210°-Sichtfeld zu erreichen) und fünf neue Bildschirme für den „Re-Copy“-Raum, wo Daten erfasst und verarbeitet werden.

„Unsere Wahl fiel auf den BARCO FL40, da dieser durch den Einsatz einer LED-Lichtquelle eine extreme Detailauflösung bis zu 4K erreicht, wodurch wir eine gleichbleibende Farbe und Helligkeit mit reduziertem Wartungsbedarf erzielen. Die Pulse-Software bietet uns viele Optionen, um die Projektoren fernzusteuern und zu managen. Einer der Hauptfaktoren für die Wahl des Produkts war zudem seine Langlebigkeit“, so Blancheri.

Das Projekt begann mit einer detaillierten Bereichsanalyse, um die genaue Position der vier erforderlichen Projektoren und die für die Kalibrierung des Systems verwendeten Kameras zu bestimmen.

„Die Projektionsoberfläche und die Testbilder für die Kalibrierung existierten bereits“, erklärte Blancheri. „Beide kuppelbasierten Projektionsumgebungen sind zwar seit 20 Jahren in Nutzung, werden aber regelmäßig aktualisiert. Zudem bestehen sie aus Hartfaserverbundwerkstoffen.“

„Wir mussten die gleichen Computer zur Bilderzeugung für die gleiche Projektionsoberfläche zwischen beiden Bereichen verwenden, obwohl sie physisch nicht übereinstimmten“, so Blancheri weiter. „Der Durchmesser, die Höhe und die Zwischenebenen, auf denen sich die Projektoren befanden, waren nicht vollständnig identisch. Zu der Herausforderung, die Position der Projektoren abzugleichen, um eine übereinstimmende Projektionsfläche zu erreichen, gesellte sich die Festlegung derrichtige Platzierung der optischen Mischer – bei denen es sich um mathematisch präzise Teile handelt.“


Was die Selbstkalibrierungssoftware anbelangt, fiel die Wahl auf Scalable Display Technology, da diese sich durch von einem Experten definierte dauerhaft installierte Kamerapositionen und Laserpunkte auszeichnet,.

Wir nutzten Scalable Display für vier Kanäle, da die Software sehr leicht zu bedienen ist, wenn sie einmal eingerichtet ist“, sagte Blancheri. „Wir setzen pro Umgebung drei Kameras ein, die mit der Software verknüpft sind, allerdings wird der gesamte Inhalt von einem Drittunternehmen verwaltet.“

Der Raum mit den „Re-Copy“-Bildschirmen befindet sich 50 m von den Projektionsbereichen entfernt; über diese Bildschirme können Personen, die sich außerhalb der Bereiche befinden, jederzeit mitverfolgen, was innerhalb der Umgebungen passiert. Der Technikraum für die Bilderzeugung liegt 90 m von den Projektionsbereichen entfernt. Beide Räume sind über Glasfaserkabel miteinander verbunden, die aus Sicherheitsgründen vom Militär selbst und nicht von Antycip installiert wurden.

Blancheri fasst zusammen: „Das Endergebnis kommt den ursprünglichen Vorgaben sehr nahe. Einige Funktionen wurden speziell von uns für die Steuerung entwickelt und integriert. Dazu gehörten unter anderem automatische Starts wie auch Offline-Internetschnittstellen, die die technische Komplexität des Gerätes reduzierten.“

Neben den üblichen logistischen Einschränkungen kam es aufgrund der Sensibilität des Projekts selbst zu einer Reihe von Komplikationen.

„Zum einen mussten wir innerhalb eines sehr engen Zeitrahmens , sowohl in Bezug auf das gesamte Projekt als auch täglich vor Ort bei der Installation, das Projekt fertigstellen“, so Blancheri. „Darüber hinaus war es uns nicht erlaubt, mit dem Bilderzeugungscomputer zu arbeiten. Für einen angemessenen Kalibrierungsprozess waren wir allerdings auf die von ihm bereitgestellten Daten angewiesen. Derartige Probleme mussten wir dem Militär dann möglichst präzise übermitteln, damit sie dort geprüft und gelöst werden konnten.“

„Auch bei der Computer-Projektor-Verkabelung (90 m Glasfaserkabel) hatten wir kein Mitspracherecht. Das führte zu engen Zeitlinien, die wiederum eine flexible und reaktionschnelle Handlung unsererseits erforderten, da wir nicht wussten, welche Kabel verwendet wurden.“

Obwohl die Projektoren keine Nachtsicht-Funktion haben, wurde dieser Effekt durch die Nutzung von Chronos Glass von GVBI erreicht: Die optische Vermischung von Graustufen, bei der eine Glasmaske vor die Linse platziert wird.

Seit der Installation wurde der Kunde für die Nutzung dieser aufgerüsteten Simulatoren geschult. Antycip entwarf hierzu einfache Start- und Steuerungsphasen über verschiedene Knöpfe, die direkt im Cockpit des Schützen oder des Piloten platziert wurden. Diese ermöglichen das Starten der Suchscheinwerfer, die Selbstkalibrierung, die optische Vermischung für den Nachtmodus und natürlich die klassische wie auch die Notabschaltung des Simulators.

„Der Kunde war mit der Integration selbst sehr zufrieden“, sagte Blancheri. „Er war besonders von der Bildqualität, der optischen Mischung sowie der Gesamtqualität der Projektion beeindruckt. Auch für den zweiten „Schützen“-Projektionsbereich erhielten wir ein hervorragendes Feedback, da wir eine maßgeschneiderte Zwischenebene integriert haben, die eigentlich nicht geplant war. Auf diese Weise erhalten wir genau das gleiche Bild wie im Projektionsbereich 1, obwohl die Projektoren unterschiedlich positioniert sind.“

Zusammenfassend schloss Blancheri ab: „Vorteilhaft war auch die Tatsache, dass wir ein Team bereitstellen können , dass sich örtlich in der Nähe des Kunden befindet, falls zukünftig weiterer Wartungsbedarf besteht.“

Quentin Blancheri veranstaltet am 1. Dezember 2020 in Kooperation mit Barco ein Webinar, bei dem er einen Überblick über dieses Projekt als Teil eines Webinars über Simulationslösungen für den Verteidigungsmarkt geben wird. Während des Webinars stellt Sondre Fauskanger, Senior Product Manager bei Barco, einige Highlights des neuesten Solid-State Projektors von Barco vor, dem FL40 MKII, der für Simulationen eingesetzt werden kann.

Hier können Sie sich für das Webinar anmelden: https://steantycip.com/events/barco-simulation-webinar/

Info: Barcosteantycip.com

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