Roskilde Festival wird Messlabor für Meyer Sound Research

Dank der Partnerschaft mit dem dänischen Roskilde Festival konnte Meyer Sound die einmalige Gelegenheit nutzen, Präzisionsmessungen über den Einfluss variabler atmosphärischer Bedingungen auf die Beschallung von Konzerten durchzuführen. Unter der Leitung von Meyer Sound Senior Scientist Roger Schwenke installierte ein technisches Team während des Events im vergangenen Sommer mehrere Wettersensoren und Messmikrofone, um die Auswirkungen der atmosphärischen Bedingungen auf die Reaktion des Audiosystems in unterschiedlichen Entfernungen über dem Boden zu messen.

Wir haben seit Jahren Spekulationen darüber gehört, wie atmosphärische Bedingungen – einschließlich der Anwesenheit oder Abwesenheit der Zuschauer – den Klang bei einem Konzert im Freien durch Veränderung der Umgebungswärme und -feuchtigkeit verändern können“, sagt Schwenke. „Und die Bedingungen am Boden können anders sein als in einigen Metern Höhe. Jetzt haben wir diesen Effekt bestätigt, und wir haben eine Fülle von Messdaten, die es uns ermöglichen, diese Änderungen genau zu quantifizieren. “

Die Messungen wurden während des Festivals im letzten Sommer auf der Orange Stage mit einer Kapazität von 100.000 Personen durchgeführt, wo ein Meyer Sound LEO System mit 257 Lautsprechern für Headliner-Acts wie Bruno Mars, Eminem, Nick Cave und Bad Seeds eingesetzt wurde.

Das vollständige Datenerfassungssystem umfasste insgesamt sechs Messpunkte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, wobei fünf der Punkte vertikal in Intervallen von etwa drei Metern auf einem Delay-Turm angeordnet waren, der einer der Hauptfront-Arrays zugewandt war. An zwei Messstellen wurden auch Windgeschwindigkeit und -richtung aufgezeichnet. Der sechste Messpunkt befand sich über den Delay-Arrays, um die Auswirkung der von den Verstärkern in den Lautsprechern mit Eigenleistung abgegebenen Wärme zu bewerten.

Um Audio von den Front-Arrays aufzunehmen, stellte DPA fünf seiner omnidirektionalen 4007er-Mikrofone (Response von 10 Hz bis 40 kHz) zur Verfügung. Mit einem SIM®3-Audioanalysator wurden die Signale der Mikrofone in Echtzeit mit dem direkten Signal des GALAXY-Prozessors für das Hauptarray verglichen, und dann über einen AVB-Netzwerk-Backbone, der sich auf der Orange Stage befand, zum Testort zurückgeleitet. Die Ergebnisse der Signalanalyse vor Ort und korrelierte Wetterdaten werden in der Meyer Sound-Zentrale in Berkeley weiter untersucht.

Das System wurde von Meyer Sounds Senior Digital Product Specialist James Edmondson entworfen und unter seiner Aufsicht von Riggern mit einem vom Festival bereitgestellten Cherry-Picker installiert.

An dem Projekt waren auch Studenten der Dänischen Technischen Universität (DTU) beteiligt, die bei der Analyse der Testdaten behilflich waren. Das Studententeam wurde von Morten Büchert, dem leitenden Audioberater des Festivals, und dem DTU-Associate-Professor Finn T. Agerkvist rekrutiert und koordiniert.

„Wir wissen, dass der Schall durch Windrichtung und -geschwindigkeit sowie durch Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsänderungen beeinflusst werden kann“, fährt Schwenke fort. „Diese Änderungen sind jedoch am Boden nicht gleich, da sie 20 Meter über dem Publikum liegen. Zum ersten Mal konnten wir die atmosphärischen Veränderungen auf fünf Ebenen genau messen und fanden Unterschiede in Abhängigkeit von der Größe und Dichte des Publikums. Nun sind wir gespannt darauf, die entsprechenden Änderungen der Audioeigenschaften im Detail zu analysieren. Was wir lernen, wird uns dabei helfen, unsere Systemoptimierungsverfahren für große Festivals weiter zu verfeinern, und es wird auch einen Ausbildungswert in unseren Schulungsprogrammen haben. “ 

In weiteren Ausarbeitungen stellt Schwenke fest, dass das umfassende Messungs-Set-up es dem Forschungsteam ermöglichte, die Variablen zu isolieren, die bei längeren Entfernungen zu Schallschwankungen beitragen können. „Es gibt so viele Dinge die zur gleichen Zeit geschehen. Es gibt atmosphärische Absorption, die von der Frequenz abhängt, und es besteht die Möglichkeit der Diffraktion aufgrund von mit der Höhe wechselnden Temperaturen oder Feuchtigkeit. All dies muss bei der Konzeption und Optimierung eines Systems berücksichtigt werden. Manchmal kann dies mit Entzerrung erledigt werden, oder auch indem man das System für eine größere vertikale Abdeckung konfiguriert, so dass es sich mehr tolerant im Bezug auf die Diffraktion verhält. Es gibt viele mögliche Lösungen, daher ist es wichtig, die vorherrschenden Auswirkungen zu isolieren, bevor man sich für einen Ansatz entscheidet.“


Im Rahmen eines langfristigen Partnerschaftsabkommens zwischen Meyer Sound und dem Roskilde Festival wurden für die Veranstaltung 2018 LEO-Systeme von Meyer Sound auf allen Bühnen des Festivals eingesetzt. Alle Systeme wurden von der Bright Group, dem führenden Veranstaltungstechnikunternehmen Skandinaviens, geliefert. Systemeinsatz, Konfiguration, Tuning und Betrieb erforderten eine koordinierte Teamarbeit des technischen Supports von Meyer Sound, der eigenen Techniker von Bright und einer Tech-Crew des Roskilde Festivals, die für ihre Schlüsselrollen bei der Veranstaltung speziell geschult worden war.

Video-Interview mit Roger Schwenke: meyersound.com/video/roskilde-weather-research

Info: meyersound.com

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