Die Macht der Sinne

Kinder erraten anhand des Geschmacks frisch gemolkener Milch den Namen der Kuh. Ein Bodybuilder erkennt verschiedene Massageöle an Klang und Konsistenz. Und ein Musiker erzeugt Ploppgeräusche an Flaschenhälsen, um ihren Inhalt aufs Gramm genau zu bestimmen. Bei „Wetten, dass …?“ in Offenburg wurden alle Sinne angestrengt, um Wetten zu gewinnen. Wollen Sehbehinderte eine Fernsehshow wie diese verfolgen, so müssen sie sich verstärkt auf ihr Gehör verlassen. Hier kommt die Audiodeskription ins Spiel – von AUDIO2 unter anderem mithilfe eines crystal-Mischpults von Lawo realisiert.

Vorbereitungen

Die Audiodeskription ist eine Technik, die es Blinden und Sehbehinderten ermöglicht, visuelle Vorgänge besser wahrnehmen zu können. Dabei wird die Handlung von speziell ausgebildeten Moderatorinnen und Moderatoren kommentiert, die in Einzelsitzungen trainiert und auch theoretisch geschult werden. Wichtig ist dabei, die Bilder so gut wie möglich in Schlagzeilen umzusetzen. Eine Audiodeskription soll die Augen ersetzen und versuchen, auch die Stimmung zu vermitteln jedoch ohne persönliche Emotionen oder Meinungen des Moderators. Das ist der entscheidende Unterschied zum Radiokommentator.

Für „Wetten, dass …?“ wurden ältere Sendungen analysiert, einige Trainings durchgeführt und es wurden die Proben der Sendung besucht. Auch auf die Gäste hat man sich akribisch vorbereitet. „Die Sport-Audiodeskription wird über weite Strecken nur mit der Atmo gemischt. Bei der Mischung für eine Unterhaltungsshow jedoch muss sich die Audiodeskription feinfühlig in die Sendung einbetten, sodass es der Hörerin oder dem Hörer fast gar nicht auffällt“, erläutert Michael Kastelic, Geschäftsführer der Datamatix Datensysteme GmbH.

Technische Perfektion

Seit drei Jahren stellt AUDIO2 bereits die Audiodeskription bei Spielen der österreichischen Bundesliga und bei anderen Sportereignissen bereit, nun konnte ein weiteres Highlight gesetzt werden. Am 19. Januar 2013 wurde die erste Live-Audiodeskription im deutschen Fernsehen produziert und das gleich mit dem Flaggschiff der Samstagabendunterhaltung: „Wetten, dass …?“. Gearbeitet wurde in einem Container neben dem ZDF-Ü-Wagen, der wiederum neben der Baden-Arena der Messe in Offenburg die Übertragung für das ZDF übernahm.

In diesen Container wurden Absorber installiert, um einen besseren Klang zu gewährleisten. Selbstverständlich setzte AUDIO2 bei einer solch großen und teuren Show nur die hochwertigsten Komponenten ein, vom Mikrofon über das Loudness Meter bis hin zum Mischpult – einem Lawo crystal. „Die Anforderungen an Mensch und Technik waren bei dieser Fernsehshow außerordentlich hoch. Wir freuen uns über die vielen positiven Rückmeldungen! Das zeigt, dass wir einen guten Job gemacht haben“, so Kastelic weiter: „Lawo bietet hochflexible Systeme, die in diesem Einsatzgebiet optimal eingesetzt werden können. Ausschlaggebend war außerdem der schnelle und professionelle Support durch Lawo.“

Das crystal-Pult wird wegen seiner kompakten Größe und modularen Fader Unit im Container eingesetzt: „Nach einer umfangreichen Marktanalyse kristallisierte sich das Lawo crystal als flexibelste und leistungsfähigste Lösung heraus. Auch das gebotene Preis/Leistungsverhältnis konnte von keinem Mitbewerber erreicht werden. Die flexible Grundeinheit ist gut erweiterbar  – entweder über MADI oder durch SDI-Embedder – und wird von uns im Fußballstadion über das Theater bis hin zur Fernsehshow eingesetzt.“

Info: www.lawo.de

 

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